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So hilft Petersilie bei Verdauungsbeschwerden

Völlegefühl, Blährungen, Verstopfung oder das Gefühl, das Essen schlecht zu verdauen: jeder von uns hat das schon einmal erlebt. Wenn diese Beschwerden aber anhalten wird das recht schnell zur Belastung. Was können Betroffene neben der Anpassung ihrer Ernährung tun? Sie holen sich Hilfe aus dem Kräutergarten und essen Petersilie.

Petersilie hilft dem Mann aufs Pferd…

Kennen Sie diesen Spruch? Der Petersilie wird eine anregende Wirkung auf die Manneskraft nachgesagt. Ob das stimmt müssen Sie selbst testen. Ich habe mir für Sie angesehen wie die Petersilie der Verdauung auf die Sprünge hilft.


Eigentlich wird sie seit jeher zur Unterstützung der Nierentätigkeit und bei Menstruationsstörungen medizinisch angewandt. Von der Antike bis zum Mittelalter war sie ein Heilkraut, vom banalen Küchenkraut weit entfernt. Aus dieser Zeit stammt auch ihr Ruf als Aphrodisiakum. Die Petersilie regt außerdem den Magensaft an und die Produktion von Gallensäure. Ausreichend Magensaft ist wichtig für die Eiweißverdauung. Die Gallensäure brauchen wir um Fett verdauen zu können. Und weil in der Petersilie Stoffe enthalten sind, die die Durchblutung des Darms fördern, darf man dem Kraut ruhig eine verdauungsfördernde Wirkung zusprechen.

Eine Anekdote zur Petersilie

Im Übrigen ist die Petersilie leicht verdaulich. In meinen ersten Berufsjahren war bei der Essensausspeisung im Krankenhaus das Garnieren der Gerichte meine Aufgabe. Ich kontrollierte also die Menüs und streute zusätzlich – je nach Kostform – entweder Schnittlauch oder Petersilie über die Hauptspeise. Die Petersilie kommt bei allen verdauungsschonenden Kostformen zum Einsatz. Sie ist mit Dill und Majoran eines der ersten Kräuter, die zum Beispiel nach schweren Bauchoperationen oder Entzündungen im Verdauungstrakt verwendet werden. Bei funktionellen Erkrankungen der Verdauung (zum Beispiel Reizdarm oder funktioneller Dyspepsie) wird sie gut vertragen und kann helfen das Essen besser zu verdauen.

Petersilie ist ein hervorragender Vitamin C Lieferant

Wer glaubt, nur Zitronen und Sauerkraut sind Vitamin C reich, dem darf ich Neuigkeiten berichten. Die frischen Blätter vom Petergrün sind gute Lieferanten für das Immunvitamin. Verwenden Sie frische oder tiefgekühlte Petersilie. Kochen Sie Petersilie nicht zu lang mit. Vitamin C Gehalt und Aroma leiden sonst erheblich. Zum Vergleich hier das Ranking der 8 Vitamin C reichsten Nahrungsmittel:

  1. Acerola
  2. Sanddorn
  3. Johannisbeeren
  4. Petersilie
  5. Paprika
  6. Guave
  7. Kohlgemüse
  8. Spinat

Die Petersilie und ihre inneren Werte

Wer sich für die Inhaltsstoffe interessiert wird in den nächsten Zeilen fündig. Alle anderen, denen das zu langweilig ist, springen einfach zum nächsten Absatz. Die ätherischen Öle in Wurzel und Blättern heißen Apiol, Myristicin, Elimicin und Terpene. Es finden sich sekundäre Pflanzenstoffe der Gruppe Flavone, das sind die gelben Farbkomponenten in den Pflanzen. Die für den Geruch typischen Stoffe stecken auch im Sellerie und Liebstöckel. Ihnen werden Geschmack verstärkende Eigenschaften zugesprochen. Die ätherischen Öle wirken auf die glatte Muskulatur des Körpers, am stärksten auf Blase, Darm und Gebärmutter. Im zweiten Jahr der Pflanze, wenn sie die Blütendolde bildet, ist der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten. Das kann aber auch Nebenwirkungen haben, deshalb wird empfohlen, nur die Blätter von einjährigen Petersilienpflanzen in der Küche zu verwenden.

Die Petersilie und ihre Früchte

Extrakte aus Petersilsamen zeigen bei erhöhten Blutzuckerwerten (gestörte Glukosetoleranz und Diabetes Mellitus) eine leberschonende Wirkung. In der Leber wird die Zucker- und Fettsynthese gedrosselt. Dass die Petersilie die Durchblutung im kleinen Becken anregt, soll der männlichen Libido und weiblichen Fruchtbarkeit zuträglich sein. Was demnach in mittelalterlichen „Petersiliengässchen“ zu finden war braucht nicht viel Phantasie. Damals wurde aus Petersilfrüchten zudem ein Abtreibungssud gekocht. Der Spruch „Petersilie hilft dem Mann aufs Pferd und der Frau unter die Erd“ beschreibt die Risiken solcher Hausmittel. Reines Petersilienöl ist deshalb für Schwangere tabu.

Die Petersilie in der Küche

Ob glatt oder kraus, Blatt und Wurzel finden in irgendeiner Form in jeder österreichischen Küche Verwendung. Frisch sollte sie verwendet werden oder tiefgekühlt, denn getrocknete Petersilie hat nur noch wenig Aroma. Die Wurzeln sind leicht verdaulich und lassen sich kühl und dunkel ähnlich gut lagern wie Karotten. Nur grob von Erde befreit übersteht die Petersilie mehrwöchige Lagerung unbeschadet. Das Grün ist fester Bestandteil von Bouquet Garni für Suppen, Vinaigrette und Petersilkartoffeln. Kennen Sie auch Tabouleh- den arabischen Salat aus Bulgur, Petersilie, Tomaten, Zwiebeln und Zitronensaft? Mein Lieblingsrezept mit Petersilie sind Spaghetti mit Rucola-Petersilpesto. Wer es nachkochen möchte, schreibt mir eine E-Mail, ich schicke das Rezept gerne zu.

Haben Sie Fragen zur Ernährung bei Verdauungsproblemen oder möchten Ihre Verdauungsbeschwerden los werden? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an, wir helfen Ihnen gerne!

Text: Erika Mittergeber, Diaetologin, Bild: Gundula Vogel, Pixabay, Literaturquellen gerne auf Anfrage


Übrigens ist die Petersilie bei Weitem nicht das einzige heimische Superfood. Im Blog unserer Kollegin Sabine Nussbaumer, Diätologin und Kräuterexpertin, finden Sie noch 30 weitere heimische Super-Pflanzen.


 

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