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Ribisel: so gesund sind sie

Juli ist bei uns Erntezeit für die Ribisel, auch bekannt als Johannisbeeren. Das Pflücken der süß-säuerlichen Früchte fand ich als Kind weniger lustig, aber Ribiselmarmelade habe ich geliebt. Heute schätze ich den Wert der Ribisel umso mehr: gute Verträglichkeit bei Intoleranzen, viele wertvolle Inhaltsstoffe und vielseitiger Nutzen für die Gesundheit.

Die Ribisel und Diätetik

Die rund 150 verschiedenen Arten sind gut geeignet bei Fruchtzuckerunverträglichkeit und Sorbitintoleranz, ganz gleich ob rot-, weiß- oder schwarzfrüchtige Sorten. Der Grund dafür ist die Zuckerzusammensetzung der Johannisbeeren. Auch Menschen mit Histaminunverträglichkeit genießen Ribisel erfahrungsgemäß ohne Beschwerden. Die schwarze Johannisbeere ist seit ca. 1000 n. Chr. als Mittel gegen Hautprobleme bekannt. In der Volksmedizin wird sie eingesetzt gegen Erkältungen, Husten, Heiserkeit und Entzündungen im Rachenraum. Die getrockneten Früchte und Ribiselsaft sollen außerdem bei Durchfällen und Magenschmerzen helfen.

Die Ribisel und ihre inneren Werte

Schaut man sich die Inhaltsstoffe an, dann wird klar, weshalb das bei uns heimische Obst früher in keinem Garten gefehlt hat. Da Johannisbeeren nicht nachreifen müssen sie vollreif geerntet werden, volle Ladung Vitamine und Mineralstoffe inklusive. Schwarze Ribisel sind mit rund 180 mg/100 g Früchte wahre Vitamin C Bomben. Zum Vergleich: unser täglicher Vitamin C Bedarf liegt bei 100 mg. B-Vitamine, Kalium und zum Beispiel Eisen mit 0,9 – 1,3 mg/100 g Frucht sind ebenfalls in nennenswerten Mengen enthalten. Das ist rund ein Zehntel unseres Tagesbedarfs. In den Kernen ist eine besondere entzündungshemmende Omega-6 Fettsäure enthalten. Das Johannisbeerkernöl taucht deshalb immer wieder in den Ernährungsempfehlungen bei rheumatischen Erkrankungen und Neurodermitis auf. Ich fürchte aber, dass dieses Öl im Darm nur aufgenommen wird, wenn man die Kerne gründlich zerkaut. Gut, dass die Ribiselfrucht noch andere wertvolle Stoffe enthält: Anthocyane und andere Flavonoide, Pektin und Fruchtsäuren.

Die Ribisel und ihre Blätter

Auf die Idee, Ribiselblätter zu verwenden, bin ich bisher nicht gekommen. Dabei werden sie von jeher in der Volksmedizin verwendet als Tee bei Harnwegsinfekten und Nierengrieß, weil sie die Harnproduktion anregen und für einen guten Geschmack sorgen. Die entzündungshemmende Wirkung ist medizinisch nachgewiesen.

Die Ribisel in der Küche

Vielen ist sie ja zu sauer, die Johannisbeere. Vor allem die weißen Ribisel schmecken jedoch milder in der Säure und süßer im Geschmack als ihre farbigen Verwandten. Lisa entsaftet die roten und schwarzen Ribiseln gemischt und friert den Saft in Eiswürfelbehälter ein. Die Idee finde ich super, so lässt sich der Johannisbeersaft portionsweise nach Bedarf entnehmen und Vitamine bleiben besser erhalten als beim langen Einkochen. Apropos Einkochen: Johannisbeermarmelade braucht (meist) keinen Gelierzucker. Das Gelieren erledigt das natürlich enthaltene Pektin. Als Mischmarmelade geben sie Früchten wie Heidelbeeren und Ringlotten einen fein säuerlichen Pfiff. Der Klassiker unter den Ribiselrezepten ist natürlich die Ribiselschnitte mit Schneehaube, der Favorit von Esspertin Carina. Und wenn Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind, in unserem Blog können Sie sich das Rezept für eine kalt gerührte Ribiselmarmelade holen.

Text: Erika Mittergeber

Literaturquellen:
DGE Expert für die Nährstoffangaben
Flatnitzer I.: Obst und Gemüse auf Vorrat, Leopold Stocker Verlag
Bäumler S.: Heilpflanzen Praxis heute, Urban & Fischer
Ebermann R., Elmadfa I.: Lehrbuch der Lebensmittelchmie und Ernährung, Springer Verlag
Herrmann-Lejeune E.: Unser Hausgarten, DLG Verlag
Ernährungsumschau


 

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