
Gehören Sie zu jenen Leuten, die sich für Notsituationen mit ausreichend Lebensmitteln eingedeckt haben? Oder verlassen Sie sich auf den kontinuierlichen Lebensmittelnachschub im Supermarkt? Einen gut sortierten Vorrat zu haben klingt zwar furchtbar altmodisch, kann Ihnen aber in Notsituationen gute Dienste leisten. Zum Beispiel wenn Sie unerwartet zu Hause bleiben müssen, durch einen Unfall immobil werden oder Naturkatastrophen Ihnen den Zugang zu frischer Nahrung versperren.
Tipp 1: Vorrat für 7 Tage für alle Personen im Haushalt
Eine Packung Mehl und Salz hat jeder von uns im Schrank stehen. Droht jedoch ein Nahrungsmittelengpass ist das zu wenig. Als Faustregel gilt: so viel Vorrat lagernd zu haben, dass Sie und alle Mitglieder im Haushalt eine Woche versorgt sind. Bitte verfallen Sie jetzt nicht in völlige Panik und beginnen zu hamstern! Denken Sie bei aller Vorsorge auch daran, dass Sie Ihre Vorräte in überschaubarer Zeit ebenso verbrauchen können. Wer will schon monatelang nur Nudeln oder Backerbsen essen…
Tipp 2: Ein Vorrat besteht aus lang lagerfähigen Nahrungsmitteln
Es bieten sich Grundnahrungsmittel an, die vielseitig verwendet werden können und lange halten. Die Mindesthaltbarkeit liegt optimal bei 1 Jahr. Dazu zählen: Mehl, Teigwaren, Reis, Zwieback, Kompotte im Glas/Dose, Trockenobst, getrocknete Hülsenfrüchte, Gemüsekonserven wie Tomatenpulpa, Essiggemüse, Pflanzenöl, Nüsse in der Schale, Haferflocken, Speisesalz, Fischkonserven, Milchpulver oder Haltbarmilch. Ein paar Kekse oder etwas Schokolade darf natürlich für den Notvorrat auch besorgt werden. Im Prinzip sollte Ihr Vorrat Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate liefern können.
Tipp 3: Verlassen Sie sich nicht auf den Gefrierschrank
Wenn der Strom ausfällt, verderben die gelagerten Nahrungsmittel im Gefrierschrank rasch, besonders im Sommer. Wir sind eine sichere Stromversorgung gewöhnt. Die Wetterkapriolen der letzten Jahre haben uns aber gezeigt, dass man auf Stromausfälle vorbereitet sein sollte. Eine durchdachte Vorratshaltung besteht aus Produkten, die weder im Kühlschrank noch in der Gefriertruhe gelagert werden müssen.
Tipp 4: Der beste Ort um Lebensmittel zu lagern
ist dort wo es kühl und dunkel ist. Das kann die klassische Speis sein mit Ausrichtung nach Norden, damit es auch im Sommer kühler bleibt oder ein trockenes Kellerabteil. Den Erdkeller, den viele Häuser am Land früher hatten, findet man heute nur noch selten. Er war ideal zum Lagern von Kartoffeln, Wurzelgemüse und Lagerobst. Einen Erdkeller hat mein Heim auch nicht, aber einen Vorratsraum im Keller. Er war mir bei der Hausplanung wichtig. Ich kann mich noch an belustigten Gesichter meiner Freunde erinnern, die meinten, wer braucht heute noch eine Vorratskammer?
Tipp 5: Trinkwasser nicht vergessen
Ohne Nahrung überlebt man ein Zeit lang, ohne Wasser maximal 3 Tage. Seien Sie auch auf Engpässe in der Wasserversorgung vorbereitet. Es gibt faltbare Wasserkanister, die man im Bedarfsfall mit Trinkwasser befüllen kann. Sie benötigen wenig Stauraum.
Tipp 6: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Vorräte
Auch wenn sie lange lagerfähig sind: von Zeit zu Zeit müssen Vorräte erneuert werden. Checken Sie regelmäßig die Haltbarkeit und ob Ihr Vorrat frei von Schädlingen ist. Lagern Sie nach dem Prinzip: First in – first out. Das sorgt übrigens auch in Kühlschrank, Gefriertruhe und Küchenkasten für Ordnung und vermeidet abgelaufene Produkte im hintersten Eck Ihres Schrankes.
Tipp 7: Haustier nicht vergessen
Für Tierbesitzer sind ihre Hunde, Katzen und Goldfische wie ein Familienmitglied. Selbstverständlich hat man dann auch ausreichend lagerfähiges Tierfutter und Wasser für den Notfall gebunkert. Es bieten sich Trockenfutter und Konserven an, da diese eine lange Haltbarkeit haben.
Tipp 8: Seien Sie für einen Energieausfall gerüstet
Fehlt der Strom, funktionieren weder Herd, Heizung noch Lichtquellen. Ein Campingkocher, Taschenlampen, Kerzen und Zünder leisten für derartige Fälle gute Dienste.
Tipp 9: Checkliste für Ihren Vorrat
Natürlich sollten sich Ihre persönlichen Nahrungsvorlieben in Ihrem Vorrat widerspiegeln. Mit einer selbst erstellten Checkliste behalten Sie den Überblick. Was essen Sie und Ihre Lieben gerne? Welche Nahrungsmittel haben Sie noch lagernd und sollten aufgebraucht werden? Was muss unbedingt im Notfall verfügbar sein? Denken Sie dabei auch an Hygieneartikel, Medikamente und wichtige Dokumente sodass diese griffbereit sind, wenn es drauf ankommt. Das Rote Kreuz Österreich stellt auf seiner Webseite Checklisten für den Nahrungsmittelvorrat, die Hausapotheke und die wichtigen Dokumente im Krisenfall zur Verfügung. Hier geht´s zu den Checklisten.
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